Tschüss, GPTs! Warum Projekte und Skills eure KI-Arbeit in der Kita jetzt sogar leichter machen

Tschüss, GPTs!

Warum Projekte und Skills eure KI-Arbeit in der Kita jetzt sogar leichter machen

 

Hallo ihr Lieben,

vielleicht habt ihr es schon irgendwo aufgeschnappt, in den Nachrichten, im Team oder in einer WhatsApp-Gruppe: ChatGPT stellt seine eigenen Assistenten, die sogenannten GPTs, ein. Und ich ahne schon, was jetzt bei manchen von euch passiert. Dieses kleine innere Stöhnen: „Ach nee, gerade hab ich mich an das Ding gewöhnt, und jetzt ist es schon wieder weg?”

Atmet einmal tief durch. Ich habe gute Nachrichten. Denn was jetzt kommt, ist für unsere Arbeit nicht komplizierter, sondern ehrlich gesagt einfacher. Und ich spreche aus Erfahrung: Ich arbeite schon lange fast nur noch mit Projekten und Skills, und ich kann euch sagen, das funktioniert richtig, richtig gut. Genau deshalb geht es heute um ChatGPT-Projekte in der Kita: was sie sind, wie ihr sie nutzt und warum sie euch Zeit schenken.

Was passiert da eigentlich?

Kurz und knapp: OpenAI, die Firma hinter ChatGPT, schaltet die eigenen GPTs am 11. Dezember 2026 ab. Danach sind sie nicht mehr erreichbar. Eure bisherigen Chats bleiben übrigens erhalten, die müsst ihr nicht extra sichern.

An die Stelle der GPTs treten zwei Dinge, die ihr euch merken solltet: Projekte und Skills. Und das ist kein Alleingang von ChatGPT. Auch Google stellt bei Gemini auf Skills um, und Claude arbeitet schon länger genau so. Die ganze KI-Welt geht also in dieselbe Richtung. Für euch heißt das: Was ihr jetzt lernt, könnt ihr in fast jedem Tool anwenden.

Und für alle, die mit Fobizz arbeiten: Eure Assistenten dort sind von dieser Änderung vorerst nicht betroffen. Es geht nur um ChatGPT.

Projekt und Skill: Wo ist der Unterschied?

Ich erkläre das in meinen Fortbildungen gern mit einem Bild aus unserem Alltag.

Ein Projekt ist wie ein gut sortierter Gruppenraum. Alles, was zu einem Thema gehört, liegt griffbereit an seinem Platz: die Anleitung, wie ihr arbeiten wollt, wichtige Dokumente und alle Gespräche, die ihr dazu schon geführt habt. Ihr kommt rein, und die KI weiß sofort, worum es geht. Kein ständiges Neu-Erklären mehr.

Ein Skill ist wie eine eingespielte Routine. Denkt an euren Morgenkreis: Alle wissen, wie er abläuft, ohne dass ihr ihn jeden Tag neu erfinden müsst. Ein Skill ist so eine festgelegte Arbeitsanleitung für eine wiederkehrende Aufgabe, zum Beispiel „Schreib einen Elternbrief in unserem Ton”. Die KI holt diese Anleitung immer dann hervor, wenn ihr sie braucht.

Kurz gesagt: Das Projekt sammelt das Wissen zu einem Thema. Der Skill sorgt dafür, dass eine bestimmte Aufgabe immer gleich gut erledigt wird.

Sechs Projekte, die sich in der Kita richtig lohnen

Jetzt wird’s praktisch. Hier sind meine Lieblingsideen für eure ersten Kita-Projekte:

  • Projekt „Elternkommunikation”: Legt fest, wie ihr mit Familien sprecht: herzlich, klar, in einfacher Sprache. Ladet zwei oder drei gelungene Elternbriefe als Beispiel hoch, natürlich ohne Namen. Ab jetzt klingt jeder Entwurf nach eurer Einrichtung und nicht nach Werbeprospekt.
  • Projekt „Unsere Konzeption”: Ladet eure Konzeption hoch (vorher kurz prüfen, ob personenbezogene Daten drinstehen). Jetzt könnt ihr fragen: „Wie beschreiben wir unsere Eingewöhnung?” oder euch Infotexte für neue Kolleg:innen vorbereiten lassen. Ein echter Schatz bei der Einarbeitung!
  • Projekt „Angebote und Projektplanung”: Hinterlegt eure Rahmenbedingungen: Altersgruppe, Raum, typische Materialien, euren Bildungsplan. Dann sprudeln die Ideen zum Thema Herbst oder Wasser schon passend für eure Gruppe. Und die neurodidaktische Feinarbeit, die Bewegung, die Anpassung an die Kinder? Die kommt wie immer von euch.
  • Projekt „Team und Organisation”: Eure Protokollvorlage, die Checkliste für Ausflüge, der Ablauf eurer Teamsitzungen. Einmal hinterlegt, entstehen Tagesordnungen, Protokolle aus Stichpunkten oder Materiallisten in wenigen Minuten.
  • Projekt „Formulierungshilfe Dokumentation”: Hier gebt ihr ausschließlich anonymisierte Stichpunkte ein, also „das Kind, 3 Jahre” statt eines Namens. Das Projekt kennt euren Stil für Portfolio-Texte und hilft euch, aus euren Notizen einen wertschätzenden Entwurf zu machen. Die Beobachtung selbst und ihre Deutung bleiben bei euch. Immer.
  • Projekt „Mein Lernbegleiter”: Mein persönlicher Geheimtipp! Ladet eure Unterlagen aus einer Fortbildung hoch und lasst euch abfragen, Begriffe erklären oder Ideen für die Umsetzung im Team entwickeln. So wird aus dem Handout, das sonst in der Schublade landet, ein echter Lernpartner.

Und die Skills? Eure persönlichen Abkürzungen

Wenn ihr merkt, dass ihr eine Aufgabe immer wieder gleich erledigt, ist das der Moment für einen Skill. Bei mir gibt es zum Beispiel Skills für Handouts, Unterschriftenlisten und Bestätigungen für meine Kurse. Ich sage nur noch kurz, was ich brauche, und das Ergebnis sieht jedes Mal so aus, wie ich es will. Das spart mir jede Woche richtig viel Zeit.

Für die Kita könnten das sein:

  • ein Skill „Wochenrückblick für die Eltern-Pinnwand”
  • ein Skill „Protokoll aus Stichpunkten”
  • ein Skill „Elternbrief in leichter Sprache”

Ein ehrlicher Hinweis: Skills werden in ChatGPT gerade nach und nach freigeschaltet und sind nicht in jedem Tarif sofort sichtbar. Wenn ihr sie noch nicht findet, startet einfach mit Projekten. Die reichen für den Anfang völlig aus.

Ihr habt schon GPTs? So zieht ihr in Ruhe um

  • Bestandsaufnahme machen: Welche GPTs nutzt ihr? Eigene oder welche von anderen?
  • Eigene GPTs sichern: Kopiert die Anweisungen und legt die hochgeladenen Dateien griffbereit ab.
  • Fremde GPTs prüfen: Ein GPT, das jemand anderes gebaut hat, verschwindet am 11. Dezember ebenfalls. Fragt rechtzeitig nach einem Nachfolger oder baut euch selbst ein Projekt.
  • Neu anlegen: Anweisungen ins Projekt kopieren, Dateien hochladen, fertig.
  • Testen: Probiert zwei, drei Aufgaben aus, die ihr gut kennt. Passt das Ergebnis? Dann seid ihr umgezogen!

Das große ABER: Herz, Hirn und Datenschutz bleiben an!

So praktisch Projekte sind, sie verführen dazu, einfach mal alles hochzuladen. Deshalb gilt:

  • KEINE personenbezogenen Daten! Keine Namen von Kindern, Familien oder Kolleg:innen, keine Fotos, keine Entwicklungsberichte. Auch nicht „nur ganz kurz”.
  • Klärt es mit eurem Träger: Nicht jeder Träger erlaubt jedes Tool. Fragt nach, was bei euch gilt, und greift im Zweifel zu datenschutzkonformen Lösungen wie Fobizz.
  • Training ausschalten: Schaut in den Einstellungen nach, ob eure Inhalte zum Trainieren der KI genutzt werden dürfen, und schaltet das ab.
  • Der Mensch ist der Boss: Jedes Ergebnis ist ein Entwurf. Ihr prüft, ihr passt an, ihr entscheidet.

Warum sich Weiterbildung gerade jetzt lohnt

Diese Umstellung zeigt eines ganz deutlich: Die Werkzeuge ändern sich ständig. Was bleibt, ist euer Verständnis dafür, wie KI funktioniert und wie ihr sie klug einsetzt. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, zieht entspannt von einem Tool ins nächste um. Übrigens verlangt auch die EU-KI-Verordnung seit Februar 2025, dass Einrichtungen, die KI nutzen, für die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden sorgen. Weiterbildung ist also nicht nur Kür, sondern auch ein Stück Pflicht.

Ihr wollt euer erstes Projekt nicht allein anlegen? In meinen Webinaren „KI für Kitas” zeige ich euch Schritt für Schritt, wie ihr KI sicher, datenschutzbewusst und mit pädagogischem Kompass in euren Alltag holt. Praxisnah, verständlich und mit vielen Beispielen zum direkten Ausprobieren. Alle Infos findet ihr hier: www.ki-fuer-kitas.de/

Mein Herzens-Fazit

Der Abschied von den GPTs ist kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Mit Projekten und Skills bekommt ihr Werkzeuge, die besser sortiert sind, sich leichter anlegen lassen und in fast jeder KI funktionieren. Weniger Erklären, weniger Suchen, mehr Zeit für das, was wirklich zählt: die Kinder.

Und jetzt bin ich neugierig: Welches Projekt würdet ihr als Erstes anlegen? Oder arbeitet ihr vielleicht schon mit Projekten?

Lasst uns den Weg gemeinsam gehen, mutig, kritisch und immer mit dem Wohl der Kinder im Herzen!

Herzlichst,

Eure Susanne